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Solitary Rose

Teil 1

Wenn es einen Zeitraum gab, an dem Shigure hätte glücklich und sorglos sein können, dann war es jetzt. Denn in seinem Haus hatte es seit Wochen keinen Streit und nicht die kleinste Auseinandersetzung gegeben. Und das obwohl Kyo immer noch bei ihm wohnte. Normalerweise war er immer derjenige gewesen, der unangekündigt seine Sachen packte und abhaute. Doch diesmal waren es Yuki und Hatsuharu, die fehlten. Die beiden waren auf einer Auslandsreise.

Eigentlich ein Grund zur Freude, da die Graumaus sonst immer der Hauptgrund dafür war, wieso Kyo erst ausrastete und mies gelaunt durch die Weltgeschichte stampfte. Der logische Entschluss hätte also heißen müssen, das Kyo diese kleine Auszeit genießen müsste.

Doch irgendwie war es ohne den Nager auf Dauer langweilig geworden. Er hatte im Grunde niemanden mehr, mit dem er sich prügeln oder streiten konnte. Hatsuharu war mit Yuki weggereist, also hatte er gleich zwei Ablenkungsquellen verloren. Shigure war nicht gerade der ideale Partner für solche Sachen und mit den anderen hatte er sowieso noch nie so viel Kontakt gehabt. Allein Kagura hätte das eintönige Leben der Katze etwas in Schwung bringen können, aber ausgerechnet jetzt musste sie gemeinsam mit Tohru an einem Sommercamp teilnehmen.

Also normalerweise hätte er der glücklichste Mensch der Welt sein müssen, doch mit den Tagen war das Katzeneto mehr und mehr vor sich hin vegetiert und wartete eigentlich nur noch darauf eines Tages von einem Wilderer verwechselt und erlegt zu werden. Wenigstens ein erlebnisreicher Abgang. Mit diesen äußerst positiven Gedanken setzte sich der Junge langsam in Bewegung und kam schließlich an seinem Fenster an. Kyo öffnete es und lehnte sich mit dem Oberkörper an die etwas breitere, graue Fensterbank. Von hier aus konnte er die Geschehnisse im Garten und Eingangstürbereich problemlos überblicken. Doch wie jeden Tag würde er auch heute nichts Interessantes erblicken. Oder etwa doch?
Auf den ersten Blick wirkte alles wie immer. Draußen war nicht viel los, die Sonne schien, Vögel zwitscherten, Wölkchen zogen vorbei, zwei Gestalten liefen am Zaun entlang und blieben am Eingangstor stehen. Da ging es auch schon los. Diese Gestalten kamen ihm nämlich ziemlich bekannt vor. Mehr als das.

Kyo runzelte leicht genervt die Stirn und versuchte etwas zu erkennen. Er zuckte kurz, der Größere… das war doch Hatsuharu oder? Den Blick konnte keiner nachmachen. Dann musste der andere Junge bei ihm da Yuki sein? Durch das Cappie auf seinem Kopf war es auf diese Distanz etwas schwer zu erkennen, die wenigen silbernen Strähnen jedoch ließen diese leise Vermutung in Kyo aufkeimen. Schließlich waren die beiden auch gemeinsam losgezogen, wäre es doch nicht unbedingt unwahrscheinlich, wenn sie gemeinsam wieder zurückkehren würden?
Unerwartet richtete der Junge seinen Blick nach oben, wodurch alle Zweifel weggeweht wurden. Es war Yuki Sohma. Ihre Blicke trafen sich, einen Augenblick lang verharrten sie in ihren Positionen, bis Kyo schließlich ein leises Seufzen von sich gab und seinen Blick wieder abwandte. Er würde niemals sagen, dass er sich freute den anderen wieder zu sehen. Dennoch war nicht abzustreiten, dass er bei dem Gedanken nicht mehr alleine zu sein leichte Erleichterung spürte. Obwohl er wusste, das er sich spätestens morgen wünschen würde so was bescheuertes nie gedacht zu haben. Ohne sich noch einmal umzuschauen schloss der Junge das Fenster wieder und verschwand dann aus dem Sehbereich der Neuankömmlinge.

 

 

Yuki stieg aus dem Taxi. Leise seufzend blickte er auf die blühenden Kirschbäume. Der Frühling hatte gerade begonnen und eigentlich mochte er diese Zeit... die Blumen waren dann so schön, doch... im Moment war irgendwie sowieso nichts schön. Hatsuharu schnupperte die frische Luft ein, bevor er die Taschen aus dem Kofferaum des Taxis nahm und dann die Klappe zuschlug, während Yuki den Fahrer auszahlte. "Bereit um in die Höhle des Löwen zurückzukehren?" fragte er lächelnd, setzte sich bei diesen Worten jedoch schon in Bewegung. Yuki seufzte nur. Rückte seine Schildmütze zurecht und räusperte sich. "Nein, absolut nicht. Doch bleibt mir eine Wahl?"
Wahrlich blieb diese ihm eben nicht, was die Folge hatte, dass er Hatsu wenige Augenblicke später folgte. Als sie den kleinen Garten betraten hatte er den Weißhaarigen schon längst eingeholt. Sein Blick war jedoch zu Boden gerichtet. Eigentlich hatte er die Umgebung noch gut in Erinnerung, dachte er zumindest, wozu also umschauen? Die Gedanken die in seinem Kopf herumschwirrten beschäftigten ihn so oder so schon genug... Diese dumme Katze... ob der wohl noch da war?

Immerhin 5 Monate waren sie weg gewesen, dass war fast ein halbes Jahr. Nicht schlecht. Vor allem beachtlich das Akito nicht versucht hatte das zu verhindern und wenn er es versucht, dass er es nicht geschafft hatte. Erstes Beschäftigungsthema... zweites... ... drittes... ja und auch viertes und fünftes waren diese komische Katze. Den Streuner hatte er irgendwie wirklich vermisst... Hatsuharu war zwar nett zu ihm gewesen, was ja auch ganz schön war, aber auf die Dauer doch recht langweilig, wenn man alles in den Arsch geschoben bekam. Vor allem, wenn man dies eigentlich nicht gewohnt war. Ob er sich verändert hatte?... Aber das war ja eigentlich auch total irrelevant, denn das Katzeneto war ja im Moment nicht hi-
Erschrocken starrte er in die orangenen Augen Kyos, welcher aus dem Fenster blickte und sie zu beobachten schien. Der Augenkontakt wurde seitens Kyo jedoch schnell wieder unterbrochen. Yukis Gesicht zierte nun ein breites Lächeln. Ja, jetzt war er wieder zu Hause und heute Abend konnte er sich sicher schon wieder mit der Katze prügeln. Sich danach über das kindische Verhalten des Orangehaarigen aufregen, was ihm wie immer natürlich jeder abnehmen würde, außer Kyo, aber ihm glaubte ja sowieso niemand.

Langsam liefen sie also weiter, bis sie schließlich vor der Tür zum stillstand kamen und Hatsuharu den Klingelknopf betätigte. Yuki nahm das Cappie vom Kopf und wand sich nun doch um, um einen Blick durch den Garten streichen zu lassen.

Nein, so hatte er ihn nicht in Erinnerung gehabt, aber wunderschön war er trotzdem... noch schöner als zuvor...
Dachte er, während er die Augen schloss, den Garten dabei außer acht lassend.

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